Wien, am 16.4.2004 - Der WWF zeigte in einer heute veröffentlichten Analyse auf, dass auch in Österreich illegal gefälltes oder gehandeltes Holz aus Urwaldregionen in Möbelhäusern und Baumärkten zu finden ist. Die größten Mengen an Holz aus Urwaldregionen kommen aus Lateinamerika, Afrika, Süd-Ost-Asien und Russland. „Illegales Holz ist eine Hauptursache für die weltweite Urwaldzerstörung. Geht es in dem Tempo derart unkontrolliert weiter, verliert die Erde sehr bald ihre grünen Lungen“, mahnt Marc-Alexander Groß, Waldexperte des WWF Österreich. Deshalb ist es notwendig, dass führende Händler wie Lutz, Leiner, Bauhaus und Hagebau sich der Verantwortung für die Wälder stellen und darauf achten, woher der Rohstoff ihrer Holzprodukte stammt.
Rund ein Drittel der direkten Importe nach Österreich von Tropenholz und ein Viertel der Importe von russischem Holz können illegal gefällt oder gehandelt sein. „Da es sich hier um eine Untersuchung von öffentlich zugänglichen Daten handelt, kann nur von vorläufigen Zahlen gesprochen werden – die wahren Ausmaße sind wahrscheinlich noch viel schlimmer“, so Groß. Eine weitere gravierende Dunkelziffer stellen die Holzimporte aus so genannten Transitländern dar. So wird etwa der Großteil an Tropenholz aus Deutschland, Italien, Slowenien, Ungarn und Estland importiert. Der Anteil an illegal gefälltem oder gehandeltem Holz aus diesen Importen ist unabschätzbar.
Händler müssen Farbe bekennen – KonsumentInnen fragen nach
Ob Gartenmöbel, Saunabänke oder Parkettböden - Hölzer wie Teak, Jatoba oder auch sibirische Lärche stehen hoch im Kurs. Sie haben den Ruf langlebig und robust zu sein. Leider wissen viele KonsumentInnen nicht, dass sie beim Kauf derartiger Hölzer Gefahr laufen, Holz aus illegalen Quellen zu erwerben. „Es geht noch weiter: auch viele Händler wissen nicht, dass sie oft Anteile an illegalem Holz in ihrem Warenangebot haben können“, meint Christina Wolf-Petre, WWF Expertin für Holzindustrie. Deshalb ist es notwendig, dass Einrichtungshäuser und Baumärkte beginnen, gemeinsam mit Zulieferern Lösungen zu erarbeiten, um Holz aus illegalen Quellen auszuschließen. KonsumentInnen selbst können beispielsweise in den Geschäften Transparenz der Holzherkunft einfordern. Eine Möglichkeit dazu bietet der WWF mit einer E-Mail-Aktion unter www.wwf.at/epetition: mit dieser E-Mail fragen KonsumentInnen direkt bei den größten Möbel- und Bauhäusern Österreichs nach dem Ursprung ihres Holzes.
Weitere Informationen:
www.wwf.at/urwald
(Quelle: Pressenachricht WWF Österreich)