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PEFC-Zertifizierung bei Holzwerke Gmach

Geschrieben von Holzweb
Sägewerke
Im Februar hat sich die Holzwerke Gmach GmbH & Co. KG als eines der ersten von etwa 30 weiteren holzverarbeitenden Unternehmen in Deutschland nach PEFC-Kriterien qualifizieren lassen. Den Anstoß dazu gab einerseits Kundendruck – so verlangen einige Abnehmer ausschließlich zertifiziertes Holz. Aber auch die Tatsache, dass bei Gmach ohnehin schon zwischen 70 % und 95 % des verarbeiteten Rundholzes aus zertifizierten Wäldern stammt, bot eine günstige Voraussetzung zu dem Schritt.

Pösing, ein kleiner Ort in der Oberpfalz. Hier befindet sich seit fast 100 Jahren ein Holzverarbeitungsbetrieb, der sich über drei Generationen hinweg vom einfachen Sägewerk zu einem modernen Industrieunternehmen mit 150 Mitarbeitern entwickelt hat: die Holzwerke GMACH GmbH & Co. KG. Rings umher Wälder. Sie liefern das Ausgangsmaterial für Brettware, Bohlen und Kanthölzer, aber auch für weiterveredelte Sägewerksprodukte wie Massivholzplatten, ein- und dreischichtig, Profilbretter und Gartenhölzer. Etwas Stolz schwingt schon mit, wenn Alexander Gmach, geschäftsführender Gesellschafter, Besuchern erklärt, dass in seinem Unternehmen fast ausschließlich Holz aus der Umgebung verarbeitet wird. Denn die Globalisierung der Märkte hatte besonders im Holzbereich einschneidende Veränderungen zur Folge.

PEFC – was verbirgt sich hinter dem Kürzel?
Umweltinitiativen der 70er Jahre lenkten erstmals das Bewusstsein weiter Bevölkerungskreise auf die Themen umweltfreundliche Holzerzeugung und naturnahe Waldbewirtschaftung. Sägewerke, Baumärkte, Papierfabriken, Zeitungsverlage – die Nachfrage nach Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern steigt und es ist absehbar, dass in nächster Zukunft der Holzabsatz ohne Waldzertifikat – wie das PEFC-Zeichen der Paneuropäischen Forstzertifizierung – schwieriger sein wird. Dem Endkunden werden allerdings bisher kaum Produkte mit dem PEFC-Waldsiegel angeboten, was vor allem an der noch nicht lückenlosen Produktkette, der „Chain-of-Custody“, liegt. Die Zertifizierung macht aber nur Sinn, wenn das Holz mit PEFC-Zertifikat auch den Verbraucher erreicht. Dazu ist die Mithilfe jedes Betriebes als Teil der Produktkette erforderlich.

Mit gutem Beispiel voran.
Zwar sind „direkte Nachfragen nach zertifizierten Produkten aus nachhaltig wachsendem Rohstoff leider noch sehr dünn gesät“, erzählt Veronika Gmach, die als Prokuristin maßgeblich die Zertifizierung in ihrem Unternehmen vorangetrieben hat. „Aber die Tendenz – vor allem aus dem benachbarten Ausland – ist spürbar. Neben Baumarktkunden fragen zunehmend auch Holzfachhändler und Spanplattenhersteller nach dem Prüfzeichen.“

Bayern vorbildlich bei der Zertifizierung.
Einer der wichtigsten Rohstofflieferanten bei GMACH ist seit vielen Jahren die Bayerische Staatsforstverwaltung, deren eigener Betrieb vollständig zertifiziert ist. Aber auch die anderen Waldbesitzer in Bayern sind in Sachen PEFC Vorreiter – vielleicht, weil in Bayern schon seit über 250 Jahren nach dem Nachhaltigkeits-Prinzip gewirtschaftet wird. Alles in allem wird bereits 71% der bayerischen Waldfläche gemäß den Anforderungen von PEFC bewirtschaftet – im bundesdeutschen Durchschnitt hat sich schon mehr als die Hälfte des Waldbesitzes für das System entschieden.

Holz gehört einfach dazu.
Für Holzlieferanten wie beispielsweise die Bayerische Staatsforstverwaltung ist es erfreulich, dass mit dem Unternehmen Gmach ein Hersteller den Produktkettennachweis liefert, der es versteht, Holz mit einem umfassenden Sortiment in seiner ganzen Vielseitigkeit bis hin zu Hightech-Produkten anzubieten.
Heinz Läufer, Großkundenbetreuer bei der Forstdirektion Niederbayern-Oberpfalz, ist außerdem davon überzeugt, dass das Holz durch die besonderen klimatischen und standörtlichen Bedingungen und die Böden dieser Region in einer Qualität zur Verfügung steht, in der es in den stärkeren Durchmessern auch mit den sonst so gelobten skandinavischen Hölzern mithalten kann. „Unsere naturnahe Waldbewirtschaftung berücksichtigt nicht nur die vielfältigen Funktionen des Waldes als einzigartige Natur- und Erholungsreservoirs, sie bringt vor allem auch international wettbewerbsfähige Qualitäten hervor.“
Auf jeden Fall zeigen innovative Produkte wie zum Beispiel die Vollholzplatten von Gmach, dass Holz aus heimischer Produktion nicht nur zu den modernsten Werk- und Baustoffen gehört, sondern sich auch bestens für zeitgemäßes Bauen und Wohnen eignet. Dass damit auch Zielgruppen gewonnen werden können, denen die Begeisterung für das Naturprodukt Holz nicht unbedingt in die Wiege gelegt wurde, ist Veronika Gmach besonders wichtig: „Bislang waren es vor allen Dingen die Schreiner und Zimmerer, die die Platten über den Fachhändler bezogen haben. Heute entdecken auch immer mehr Heimwerker die Möglichkeit dieser Werkstoffe – zum Beispiel im Innenausbau für Wand, Boden und Decke.“

Wie ging die Zertifizierung vor sich?
Da die deutsche PEFC-Niederlassung die eigentliche Zertifizierung an unabhängige Zertifizierungsfirmen übergibt, wandte sich das Unternehmen direkt an die DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH mit Sitz in Berlin.
Der zeitliche Aufwand des Ganzen hielt sich in Grenzen. Zunächst war zu klären, nach welcher Methode sich das Unternehmen zertifizieren lassen wollte.
Bei den Holzwerken Gmach entschied man sich für die Lösung, den Nachweis über einen vorgeschriebenen Mindestprozentsatz von 70 % verarbeiteten PEFC-Holzes zu erbringen. Eine andere Möglichkeiten besteht in der physischen Trennung von zertifiziertem und nicht zertifiziertem Holz auf den gesamten Lagerungs-, Transport- und Verarbeitungswegen.
Danach galt es die detaillierte Vorgehensweise im Betrieb zu klären und eine schriftliche Ablaufbeschreibung mit DIN CERTCO zu erstellen. Mit der Zertifizierungsstelle wurde außerdem vereinbart, dass der eigene Wirtschaftsprüfer mit der Kontrolle vor Ort beauftragt wurde – im wesentlichen handelt es sich dabei um die Durchsicht der PEFC-Nachweise der Rundholzlieferanten und die Erfüllung der Mindestprozentsatz-Klausel. Drei Wochen nach der Bestätigung durch den Wirtschaftsprüfer wurde die Zertifizierungsnummer vergeben. Der Vorgang ist – vergleichbar mit der TÜV-Plakette – alle drei Jahre zu wiederholen.
Der zusätzliche organisatorische Aufwand ist geringfügig, da die Zertifizierungsnachweise nur in Kopie vorliegen müssen und ebenfalls drei Jahre Gültigkeit besitzen. Eine räumliche Trennung des Rundholzes ist nach dem Ablängen ohnehin nicht mehr möglich; größere Posten nicht zertifizierten Holzes werden allerdings separat gelagert. Auch verwaltungstechnisch entsteht kaum ein Mehraufwand – eine gewissenhafte Kontrolle der angelieferten Mengen und der Lieferpapiere sowie die Erfassung der Gesamtsumme des PEFC-Holzes ist so gut wie alles, was zu tun ist.
Inzwischen hat sich der Anteil an zertifiziertem Holz in der Verarbeitung weiter erhöht, was daran liegt, dass man bei Gmach bewusst an Lieferanten herantritt, die den Nachhaltigkeits-Nachweis erbringen. Messbare Marketingvorteile konnten nach so kurzer Zeit zwar noch nicht festgestellt werden, aber langfristig wird das PEFC-Logo sicherlich auf immer mehr Produkten zu sehen sein. Da die Holzwerke GMACH den direkten Kontakt zu den Abnehmern pflegen, ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis sich auch viele Kunden in die „Chain-of-Custody“ einreihen.

Kontakt
Holzwerke GMACH GmbH & Co. KG
M
ühlbachstraße 1
93483 Pösing
Telefon 09461-403-0

 


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