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Federnde Böden für sicheren Tritt

Geschrieben von Holzweb
Böden

Korkstudio Römer macht sich für einen exotischen Werkstoff stark.

Ein Bericht von der Mitteldeutschen Handwerksmesse.


Wo Altbausubstanz saniert und modernisiert wird, ist auch Treppenrenovierung gefordert. Das Unternehmen Bernd Römers, hervorgegangen aus einer vom Großvater 1921 gegründeten Stellmacherei in Mittweida, hat darin ein dankbares Betätigungsfeld gefunden. Wo die Spuren von Generationen die ursprünglichen Stufen abgewetzt und ausgetreten haben, sorgen seine Mitarbeiter mit Belägen aus Holz, Laminat oder Kork wieder für Glanz und sicheren Tritt.

Der exotische Werkstoff Kork, dem Laien meist nur von Flaschenpfropfen bekannt, ist keine Verlegenheitslösung. Davon kann man sich im Korkstudio bei der Schwester des Firmeninhabers überzeugen. "Dämmstoffe, Fußboden- und Wandbelag", zählt Sabine Dunger die wichtigsten Einsatzgebiete auf. Für Ersteres wird die zerklüftete Jungfernrinde der zumeist mit 15 Jahren erstmals geschälten Korkeichen genutzt. Bei den alle zehn Jahre folgenden Wiederholungsschälungen wird dann edleres Material gewonnen.

In großen Bottichen auf 380° Celsius erhitzt, verkleben seine Korkteilchen durch den hohen Anteil natürlicher Harze zu einem leicht zu bearbeitenden und haltbaren Naturprodukt. Backkork nennt sich die Handelsware. Größere Platten für Wand und Fußboden, die man daraus schneidet, bringen die unterschiedlichen Farben und Strukturen des dekorativen Materials besonders zur Geltung. Fertigparkett aus Kork mit Feder und Nut kann jeder geschickte Heimwerker selbst verlegen.

Aber darin erschöpfen sich die Vorzüge von Kork keineswegs. Undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase, dazu äußerst strapazierfähig nahm er Einzug in Kliniken und Labors. Nicht zuletzt durch die Attribute "für Allergiker geeignet", "antistatisch" und "pflegeleicht", wurde er für moderne Innenarchitektur interessant. Kork ist zudem preiswerter als hochwertiges Holzparkett. Aber am liebsten verweist Sabine Dunger darauf, dass die legendäre Tanzpädagogin Gret Palucca ihre Eleven auf federndem Korkboden üben ließ.

Das Korkstudio Römer in Altmittweida bietet eine umfassende Auswahl von Materialien und Mustern für die unterschiedlichsten Zwecke. Da der Beratungsbedarf bei Kork hoch ist, nehmen sich die Experten für die Kundengespräche ausreichend Zeit. Außerdem steht ein Mitarbeiter bereit, um Korkböden zu verlegen oder Wandbeläge fachgerecht auszuführen. 100 bis 120 Kunden machen pro Jahr davon Gebrauch.

Zur "mitteldeutschen handwerksmesse" (16. bis 24. Februar 2002) wird die Firma Römer ihre Kompetenz für Treppenrenovierung unter Beweis stellen. Zwar dreht sich dabei 60 Prozent um Holzbeläge. Aber die 35 Prozent, bei denen man Kork zum Einsatz bringt, dürften für viele Bauherren noch interessanter sein. Denn von Erzgebirge und Zwickauer Raum bis nach Dresden und Leipzig ist Römer nach eigener Aussage einziger Anbieter.

Nachdem die Firma im letzten Herbst bereits auf der Leipziger Baufachmesse präsent war, sind die Messeerwartungen auch jetzt wieder hoch gesteckt. Mit Informationen den Markt ausweiten, potenzielle Kunden aufmerksam machen, Kontakte knüpfen oder für die Nachmessezeit anbahnen, lauten die wichtigsten Vorhaben. Klar, dass man auch die Auftragslage für die nächsten Monate absichern will. Man brauche attraktive Messen mit großem Einzugsgebiet der Besucher, betont Sabine Dunger. "Denn auf kleine Regionalausstellungen verirrt sich unsere Klientel kaum." Mit Leipzig habe man hingegen gute Erfahrungen gemacht. In der Regel spiele hier jeder Auftritt ein gutes Viertel aller Aufträge des Jahres ein. Und daran hofft sie auch auf der "mitteldeutschen handwerksmesse" anzuknüpfen, zumal die Messe einige Tage länger als in den Vorjahren zum Besuch einlädt.

Geöffnet ist die "mitteldeutsche handwerksmesse" vom 16. bis 24. Februar von 9.30 bis 18.00 Uhr.

Im Internet:
http://www.handwerksmesse-leipzig.de


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