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Maserfurniere

Geschrieben von Holzweb
Handel
Die Herstellung von Maserfurnieren von Robert Matzek
Die Technik der Furnierherstellung ist mit Hilfe moderner Maschinen und spezieller Verfahren weit fortgeschritten. In größerem Umfang als in früheren Jahren kann dem Bedürfnis nach mehr Individualität im Wohnbereich durch unterschiedliche Holz-"Bilder" entsprochen werden. Verschiedene Schnittverfahren erlauben es heute, das Strukturbild und die Zeichnung des Holzes in gewollter Weise zu variieren und seine Eigenarten zu einer bisher nicht gekannten Schönheit und Vielfalt zu entwickeln. Die hierbei entscheidenden ästhetischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte, den Werkstoff Holz in all seiner bildhaften Vielfalt zu nutzen, führten dazu, auch außergewöhnliche Wuchsformen allgemein bekannter Holzarten, wie beispielsweise den Riegelwuchs bei Ahorn oder die pyramiden bei Mahagonihölzern, für eine Erweiterung der ästhetischen Ausdrucksfähigkeit des Holzes verstärkt einzusetzen. Unter diesen besonderen Wuchsformen fällt den Maserhölzern eine besondere Rolle zu. Maserfurniere sind in jeder Hinsicht ungewöhnliche Furniere. Ihr eigenartig reizvolles Aussehen und die noch unergründete Entstehung der lebhaften Strukturen heben sie gegenüber "normalen" Furnieren heraus. Doch auch die Beschaffung der Maserhölzer, die Erzeugung und die Vermarktung der Furniere stellt andere, meist auch höhere Anforderungen an den Furniererzeuger. Große Sachkenntnis und hohes Können sind hier unerläßliche Voraussetzungen für den Erfolg. Herstellung und Handel von Maserfurnieren haben bei den Danzer-Unternehmen Tradition. Besuchen/Visit In den 20er und 30er Jahren unseres Jahrhunderts war der Firmengründer Karl Danzer der wohl bedeutendste Exploitant und Importeur dieser Kostbarkeiten der Natur. Als "Fachmann von der Pike auf“ ermöglichten ihm sein Einfühlungsvermögen, sein Wissen um die Vielfalt und innere Schönheit der Hölzer, dieses risikoreiche Geschäft erfolgreich zu betreiben. Auch heute dürften die Danzer-Unternehmen weltweit der führende Hersteller und Lieferant von Maserfurnieren sein. Das derzeitige Aufkommen an Maserhölzern kann mit etwa 5- bis 6000 t pro Jahr angenommen werden. Nach wie vor ist Frankreich mit ca. 50% davon das bedeutendste Herkunftsland, gefolgt von den USA und einer Reihe von Ländern, die sich wie ein Gürtel von Afrika, speziell Marokko, über die Türkei, Persien, den Kaukasus, Indien, Birma, Thailand bis zu den Pazifischen Inseln erstrecken. Maserwuchs kann überall und an einer Vielzahl von Baumarten vorkommen. Doch nur wenige Arten ergeben die besonders eigenwilligen, dekorativen Furniere, die der Markt bevorzugt aufnimmt. Und nur in bestimmten Wuchsgebieten fallen die aufgrund ihrer schönen Struktur und Farbe gesuchten Qualitäten genügend häufig an. Der Einkäufer muß diese Vorkommen und deren oft begrenzte Standorte innerhalb der Wuchsgebiete kennen. Der Kauf und die Übernahme von Maserhölzern ist daher Experten ihres Faches anvertraut, die neben großer holzfachlicher Kenntnis und Erfahrung möglichst auch mit Land und Leuten vertraut sind, ein Vorzug, der bei der Suche nach speziellen Hölzern stets von großem Nutzen ist. Dennoch bleibt bei aller Umsicht des Einkaufs ein erhebliches Risiko. Denn der tatsächliche Ausfall eines Maserblocks - Farbe, Textur und der Anteil guter Furniere zeigt sich, wie stets bei der Furnierherstellung, erst bei der Aufarbeitung. Schon auf dem Holzplatz erfahren Maserhölzer eine besondere Behandlung. Nach dem Einschlagen der laufenden Eingangsnummern werden sie gewogen, da ihr Volumen aufgrund der unterschiedlichen, oft außergewöhnlichen Formen nicht mit dem Bandmaß zu ermitteln ist. Maserhölzer sind sogenannte Gewichtshölzer, weil deren Preis nach Gewicht berechnet wird. Auch eine Lagerung im Kreuzstapel, wie dies sonst bei längeren Blöcken annähernd gleichen Durchmessers geschieht, ist wegen der stark variierenden, oft knolligen bzw. wulstigen Formen der Maserstämme nicht möglich. Sofern es sich nicht um Maserknollen handelt, die ohnehin eine andere Art der Lagerung erfordern, werden die Stämme im Rollstapel gelagert und in den Sommermonaten zur Verhinderung von Einläufen und Rißbildung ständig mit Wasser be- rieselt. Maserfurniere werden fast ausnahmslos auf Schälmaschinen hergestellt. So werden die Maserstämme zu Beginn der Aufarbeitung zu Furnieren - soweit erforderlich - unter Berücksichtigung ihrer Wuchsform und qualitativen Beschaffenheit auf schälmaschinenbreite Blöcke abgelängt bzw. in Segmente geteilt. Eine besonders kritische Beurteilung erfordert das Zerlegen der Wurzelmaserknollen in verarbeitungsgerechte Teile. Beim Aufzeichnen der meist zwei, verschiedentlich aber auch bis vier Schnittstellen einer Knolle ist große Erfahrung notwendig, denn falsches Aufteilen kann eine geringere Ausnutzung, eine weniger ausdrucksvolle Maserung und dadurch entsprechende Mengen- oder Qualitätsverluste zur Folge haben. Bestmögliche Ausnutzung der wertvollen Knollen und optimales Furnierbild müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. Nachdem jedes Knollenteil wiederum mit der Nummer der Knolle, von der es abgesägt wurde, gekennzeichnet worden ist, kommen die Abschnitte in die Koch- und Dämpfgrube. Durch das Einwirken von heißem Wasser wird das Holz für den Vorgang des Schälens geschmeidig gemacht. Je nach Holzart beträgt die Koch- oder Dämpfzeit drei bis vier Tage. Auch dies erfordert große Erfahrung, denn eine falsche Behandlung kann die Qualität, insbesondere die Farbe, nachteilig beeinflussen. Wasser und Wärme machen auch die Entrindung der unförmig gewachsenen Maserstämme und Maserknollen leichter, die wegen der unregelmäßigen Wuchsform nur von Hand mit Hilfe eines Dächsels vorgenommen werden kann. Blatt für Blatt ein Original Nicht nur die Aufteilung der Maserknollen, sondern auch die Art der Einspannung der Blöcke und Knollensegmente in die Schälmaschine beeinflußt das Furnierbild. Die Schälmaschine bietet hierfür mehrere Möglichkeiten. Maserhölzer in stammform, wie Rüster, Esche, Mappa, zum Teil auch Nußbaum- Wurzelmaserknollen und Cluster-Blöcke werden zentrisch in die Mitnehmerspindel der Schälmaschine eingespannt und rundgeschält. Da man in diesen Fällen jedoch kein endloses Furnier anstrebt, sondern möglichst gleichartig gezeichnete Blätter, wird der Stamm nach dem Anschälen an einer dafür geeigneten Stelle in Längsrichtung etwa 2 cm tief eingeritzt. So kann beim Weiterschälen auf der Rückseite der Schälma- schine Blatt für Blatt mit weitgehend gleicher Zeichnung ab- genommen werden. Das ist für die Weiterverarbeitung des Furniers sehr wichtig, da der spätere Zuschnitt der oft unregelmäßig geformten Furniere paketweise erfolgt. Birkenmaser, die allenfalls als "Halbmaser" gilt, da die dekorative Zeichnung in diesem Fall nicht durch Knospenbildung - also maserigen Wuchs - entsteht, wird ebenfalls rundgeschält, aber hier als endloses Furnierband. Dieses Band wird hinter der Schälmaschine nach einer gewissen Länge - meist 2 m - mit einem Furnierclipper getrennt, so daß die erzeugten Furniere die gleiche Länge haben. Maserknollen voh Nußbaum, Ahorn, Myrte, Padouk. Madrona, - Vavona, Makamong, Thuja usw. oder die hieraus geschnittenen Teile werden selten zentrisch eingespannt; diese Blöcke bzw. Blockteile werden so zwischen die Spindeln der Schälmaschine gesetzt, daß Ausnutzung und Maserung ein optimales Ergebnis bringen. Während des Schälvorgangs ist besondere Sorgfalt vonnöten. Fremdkörper, beispielsweise eingewachsener Stacheldraht oder auch nur ein Sandkorn, führen zu Schäden am Messer und zu Verlusten beim Furnier. Der sich drehende Stamm muß daher fortwährend kontrolliert werden, wobei nicht nur auf Sauberkeit und Fehlerlosigkeit des Holzes zu achten ist, sondern auch auf gleichmäßige Furnierdicke. Von der Schälmaschine gelangen die noch feuchtwarmen Furniere - mit Ausnahme von Nußbaum, dessen Furniere erst während 24 Stunden Lagerzeit ihre schöne mausgraue Farbe erhalten - sofort in die Furniertrockner. Hier wird dem Holz auf möglichst schonende Weise die beim Kochen erhöhte Feuchtigkeit bis auf eine Restfeuchtigkeit wieder entzogen, die der Weiterverarbeitung des jeweiligen Maserfurniers am besten entspricht. Maserfurniere haben wegen ihrer Neigung zum Welligwerden und dem damit verbundenen Risiko zu brechen eine höhere Restfeuchte als andere Schäl- und Messerfurniere. Vorbereitungen für den Verkauf Die Furniere werden gleich an der Abnahmeseite des Furniertrockners gezählt und meist zu je 24 Blatt packweise aufeinandergelegt. Das Beschneiden von Maserfurnieren ist eine sehr verantwortungsvolle Arbeit, die ebenfalls viel Erfahrung und große Sorgfalt erfordert. Denn einerseits sollen unbedingt Rindeneinwüchse, größere .Äste oder Schadstellen entfernt werden, andererseits möglichst großflächige, gut nutzbare Furniere entstehen. Bei den nicht nur von Holzart zu Holzart, sondern auch von Paket zu Paket unterschiedlich gezeichneten Maserfurnieren sind keine Standardmaße möglich; jedes Furnierpaket hat letztlich ein anderes, manchmal nicht einmal rechtwinkliqes Format. Das Bündeln der Furnierpakete geschieht maschinell, teils aber auch von Hand mit breitem Transportklebeband. Hierbei bekommt jedes einzelne Paket ein Etikett mit der Nummer des Stammes, der fortlaufenden Nummer des Pakets und mit Angabe der Zahl der im Paket enthaltenen Furniere. Auf Pritschen gestapelt, kommen die Furniere zum Vermessen. Hier wird die m²-Zahl der produzierten Furniere ermittelt. Bei dieser Tätigkeit erfolgt gleichzeitig eine Qualitätskontrolle. Das Vermessen geschieht nämlich von Hand, wobei "Fehler" im Holz, die auf der Scherenstraße nicht herausgeschnitten werden konnten, mit einem Abmaß berücksichtigt werden, d.h. der Käufer erhält dann zwar das ganze Furnierpaket, braucht jedoch nur ein reduziertes Maß zu bezahlen. Der Preis wird beim Taxieren ermittelt. Paket für Paket wird in Augenschein genommen und unter Berücksichtigung von Holzart, Qualität und Maßen preislich eingestuft; so entsteht der Taxpreis. Der letzte Handgriff im Lager gilt wiederum der Erhaltung der Qualität: Die auf Paletten und Rollpritschen befindlichen Furnierpakete werden mit schwarzen Folien und Planen abgedeckt, um sie vor Schäden durch Nachtrocknen und Rißbildung zu bewahren. Maserfurniere - hochwertige Edelhölzer für individuelle Möbel Vorkommen und Beschaffung von Maserhölzern, ihre individuelle Aufarbeitung zu Furnieren sehr unterschiedlicher Zeichnung und Größe sowie deren gekonnt feinfühlige Verarbeitung machen sie zu einem besonders wertvollen und außergewöhnlichen Werkstoff. Zu einem Material, das schon aus sich heraus Wirkung entfaltet und daher von Kennern und Könnern als Gestaltungsmittel für exklusive Möbel oder hochwertige Innenausbauten eingesetzt wird.

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