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Oberflächenbeschichtung mit Ölen und Wachsen

Geschrieben von Holzweb
Antik & Renovierung
Gutes Gelingen!
Warum werden Öle und Wachse in Schreinereien nicht in dem Maße eingesetzt, wie es aus ökologischen Gründen erstrebenswert wäre? Welche fördernden und welche hemmenden Faktoren gibt es? Dies war Inhalt des Projektes "Einsatz von Ölen und Wachsen zur Oberflächenbeschichtung", das in Baden-Württemberg im Rahmen des Gesamtprojektes "VOC-Minderung im Schreinerhandwerk" durchgeführt wurde. Ziel war es, die Verarbeitung in den Modellbetrieben zu optimieren, Bedingungen aufzuzeigen, die eine Umstellung auf Öle und Wachse ermöglichen, und die Projekterfahrungen an eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Bei der Oberflächenbeschichtung fallen in Schreinereien VOC-Emissionen an. Diese flüchtigen organischen Verbindungen sind Vorläufersubstanzen für den so genannten Sommersmog, dessen Reduzierung europaweit erklärtes politisches Ziel ist. Eine deutliche Emissionsminderung kann jedoch in kleinen und mittleren Betrieben sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gründen nur durch freiwillige Primärmaßnahmen, d. h. den Einsatz lösemittelreduzierter Oberflächensysteme erreicht werden. So ist das Anliegen, das diesem Projekt des Landes Baden-Württemberg zugrunde liegt, neue Wege zu einer kooperativen, außerhalb des Ordnungsrechts liegenden Umweltpolitik zur VOC-Minderung anzustreben. Die Schritte Ausgewählt wurden sechs Schreinereibetrieben über Kriterien, wie z. B. Produktspektrum, Erfahrungsstand, Betriebsgröße. Ziel war es, einen möglichst repräsentativen Querschnitt im Hinblick auf die Öl-/Wachs-Verarbeitung zu erhalten. Ausgehend von dem scheinbaren Widerspruch, dass einerseits die meisten technischen und produktbezogenen Voraussetzungen für den Einsatz lösemittelreduzierter Oberflächensysteme vorhanden sind, diese aber auf der anderen Seite bei weitem nicht im erhofften Umfang eingesetzt werden, wurde bereits in den Gesprächen mit den Betrieben schnell klar, dass hier eine differenzierte Betrachtung notwendig ist. In den Modellbetrieben wurden praktische Beschichtungsversuche vor Ort durchgeführt, wobei man sowohl die Beschichtungsbedingungen als auch die Erfahrungen genau dokumentierte. Unterstützt wurden diese Praxistage durch Laboruntersuchungen des Fraunhofer IPA hinsichtlich Gewährleistungsaspekten (z. B. chem. Beständigkeit, UV-Beständigkeit, Kratzfestigkeit, . . .) und Vergleichbarkeit mit konventionellen Wasser- und PUR-Lacken. Vor Ort wurden mit den beteiligten Beschichtungsmaterial-Herstellern erste Ergebnisse diskutiert und in einzelnen Punkten Optimierungen angestoßen. Die Ergebnisse wurden im April 2001 in einem "Anwenderforum" unter Einbeziehung einer möglichst großen Zahl interessierter Schreiner, Vertretern der Produkthersteller, der Applikationstechnik und der Fachpresse vorgestellt. Letztlich zeigte die Erfahrung, dass über eine optimierte Verarbeitung von Ölen und Wachsen Oberflächen erzielt werden können, die den Kostenvergleich mit herkömmlichen DD-Lacken nicht mehr zu scheuen brauchen. Verarbeitungsempfehlungen Zur Verstärkung des Wissenstransfers über das eigentliche Projekt hinaus wurden vom Projektteam "Verarbeitungsempfehlungen für Öle und Wachse" erarbeitet, die von der Auftragsvorbereitung bis zur Entsorgung alle zentralen Punkte aufgreifen, die der Verarbeiter zu beachten hat, um eine gute Oberfläche zu erzielen. Darin eingearbeitet finden sich auch die Ergebnisse der projektbegleitenden Laboruntersuchungen, die vor allem produktspezifische Besonderheiten aber auch mögliche Anwendungs-Einschränkungen sowie verschiedene Optimierungsansätze aufgezeigt haben. Ergänzt wurden die Verarbeitungsempfehlungen durch eine Produktübersicht für die am Projekt beteiligten Hersteller.

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